Oder wie ich ohne Dessert überleben konnte.☺️
Oops ich habe schon wieder Champagner statt Milch gekauft. Save Water, drink Prosecco
Wer kennt sie nicht die lustigen Sprüche rund um Genussartikel. Manchmal kommt es mir so vor, als würde sich das Leben nur um Essen und Trinken drehen und das am besten im Überfluss. Täglich Fleisch, Räucherlachs zum Frühstück, Wurst schmeckt auch ohne Brot, am Nachmittag ist nur Torte eine Lösung, Prosecco und Wein geht immer, kein Tag ohne Dessert. All you can eat und drink den ganzen Tag. Das haben wir uns verdient.
Ihr wisst, ich habe mit Genuss kein Problem, weiß ihn zu schätzen und denke nicht die Welt geht unter, wenn im Supermarkt das Fach für den Appenzeller Käse gerade leer ist! Da sind locker 50 andere Packungen Käse, welche ich nach Hause tragen kann. Ich habe nicht die Erwartung daran, dass immer alles für mich verfügbar sein muss. Es gibt genug Menschen, denen es nicht so gut geht wie mir. Es gibt Menschen, die nicht einmal Zugang zu frischem Wasser haben und wir stellen uns an, wenn unsere Lieblingsjoghurt-Sorte gerade ausverkauft ist.
Vielleicht ist genau das der Punkt: Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles immer geht. Jederzeit. Überall. In beliebiger Menge.Aber muss es das wirklich? Nein, es ist völlig okay, wenn etwas gerade nicht verfügbar ist. Genau in diesen kleinen Momenten entsteht plötzlich etwas anderes: Dankbarkeit. Für das, was da ist. Für die Auswahl, die wir haben. Für den Luxus, uns überhaupt Gedanken darüber machen zu können, ob wir heute Wurst oder doch lieber Käse essen.
Sind wir ehrlich: Dieses Gefühl von Überfluss gibt es nicht nur beim Essen. Es ist überall. In unseren Kleiderschränken. In unseren Beauty-Regalen. In diesen perfekt kuratierten Instagram-Welten, in denen jeden Tag ein neues Outfit, ein neuer Look, ein neuer „Must-have“-Moment auf uns wartet.
Mehr Trends. Mehr IT-Pieces. Mehr „Ich brauche das auch“.
Aber brauche ich das wirklich?
Ich liebe Mode. Ich liebe es, Looks zusammenzustellen, mit Stilen zu spielen, mich neu zu erfinden. Aber auch hier gilt: Wenn alles immer verfügbar ist, verliert es seinen Wert. Der zehnte Blazer fühlt sich einfach nicht mehr so besonders an wie der eine (oder der zweite), den man wirklich liebt.
Früher war ein besonderes Outfit… besonders. Heute? Oft nur noch Content. Ein Post, ein Foto für Insta, weiter geht’s. Das nächste Paket ist schon unterwegs und ich frage mich manchmal: Wann ist aus Inspiration eigentlich Konsumdruck geworden?
Für mich bedeutet Lifestyle nicht, alles zu haben. Sondern zu wissen, was zu mir passt. Teile zu tragen, die ich wirklich fühle. Dinge zu besitzen, die bleiben dürfen – nicht nur für eine Saison. Genuss gibt es eben auch im Kleiderschrank.
Das sage ausgerechnet ich. Musste ich doch jetzt eine komplett neue Garderobe einkaufen. Nach einigen Neueinkäufen hatte ich bald ein schlechtes Gewissen, was mich dazu brachte es mit pre-loved Kleidung, also second and Teilen zu versuchen. Das hat sich als gute Idee erwiesen. Ich habe so schöne Teile für mich entdeckt, dass dies jetzt meine erste Option ist. Nur wenn ich second hand nicht fündig werde, kaufe ich neu, denn es ist unglaublich, was sich da an toller Kleidung tummelt. Ja, ich liebe den "Thrill beim Thriften."😅
Vielleicht ist das die neue Art von Luxus: nicht mehr, sondern bewusster. Nicht alles mitnehmen, sondern auswählen. Nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern den eigenen Stil kennen.
Ich werde natürlich weiter Spaß an Mode haben. Ich werde Trends beobachten, mich inspirieren lassen, sicher auch schwach werden. Wir kennen es alle.😄 Gerade diese Woche wieder einen schönen Look pre-loved geshoppt. Shirt, Hose, Schuhe also ein kompletter Look. Nachdem mir mit diesen drei Teilen über 10 Outfits mit Sachen aus meinem Schrank eingefallen sind, bin ich zur virtuellen Kasse spaziert.
Achtet ihr beim Einkaufen auch darauf, dass Neukäufe mit eurer Garderobe harmonieren? Oder ist es eher spannend, mal komplett andere Teile einzukaufen um der bestehenden Garderobe eine andere Richtung zu geben?
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzlichst Tina





Neu kaufen kann jeder - sogar mit winzigem Budget. Die wirkliche Herausforderung ist doch, sich mit dem was man im Schrank hat immer wieder neue Outfits zu kreieren. Das macht es ja auch so spannend und neue Teile müssen sich zumindest einigermaßen in die vorhandene Garderobe einfügen. Mit Second Hand Mode finde ich es aber auch nicht so tragisch, wenn beim Ausprobieren mal ein Fehlgriff dabei ist. Aber probiere bloß nicht, Momox die einst dort bestellten Sachen zurückzuverkaufen... da haben sie sich in der Kundenkommunikation auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Vom Wanderrock wissen wir ja schon, wie sie mit Feedback umgehen 😉.
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Wir waren bis 2020 gewohnt, dass alles immer verfügbar war. Gestern stand ich im Discounter schon wieder vor einem leeren Bereich, in dem sich eigentlich Küchenrollen 2 m hoch stapeln sollen und die Einmalhandschuhe gab es nur noch in Yeti-Größe, also nicht für mich. Ich gebe zu, genervt davon zu sein. Wir könnten jetzt über die Notwendigkeit von Küchenrollen und Einmalhandschuhen zum Putzen diskutieren. Dafür habe ich dann vier anstatt der geplanten Klopapierpakete gekauft, weil es gerade da war. Auch das ist nämlich gerne mal ausverkauft. Mich nervt das. Bei Kleidung brauche ich im Schrank keine große Auswahl und kaufe selbstverständlich nur Sachen, die in meinen Bestand passen. Zwei blaue Blusen werden im Lauf des Jahres den Geist aufgeben. Für die habe ich mir zwei braun-hell gestreifte Blusen schon mal als Nachfolger gekauft, weil sie gerade verfügbar waren. Für diesen Luxus, wie auch allen anderen, bin ich dankbar UND möchte ihn nicht missen.
AntwortenLöschenHappy Pink Friday!
Dankbar bin ich für all das, was wir haben. Das macht es auch leichter, wenn es etwas mal nicht gibt. Allerdings erschreckt es mich manchmal, wie schnell es etwas nicht geben kann. Seit Corona und allerlei Krisen (schon die erste Ölkrise in den 70er Jahren und auch Tschrenobyl habe ich ja erlebt) bin ich da vorsichtiger geworden und habe eine gewisse Vorsorge getrieben.
AntwortenLöschenBei Kleidung habe ich eh meistens darauf geachtet, dass ich es lange tragen kann. Mein Stil ist so, dass das gut geht. Der Blazer mit dem ich in die Oper gehe in meinem letzten Blogpost ist tatsächlich schon 15 Jahre alt und das Samttäschen schon mindestens 20...)
Fast fashion war noch nie so mein Ding. Im da sempre Shop sowieso nicht (Danke für die Armreif-Verlinkung, das ist wirklich immer so nett von Dir!<3). Nachhaltigkeit ist seit Jahrzehnten bei mir an der Tagesordnung. Auch das Reparieren von Dingen, soweit möglich. Das wird einem ja nicht immer leicht gemacht...
Aber natürlich soll Mode auch das Leben bereichern und Spaß machen. Daher kann ich gut verstehen, wenn frau ihren Kleiderschrank aufhübschen will mit etwas Neuem oder neu gebrauchten. Wenn es noch zu einigem darin befindlichen passt, ist es perfekt.
Herzlich,
Sieglinde