Schlanker aussehen durch Kleidung – oder einfach tragen, was man wirklich liebt?

„Das streckt.“ „Das macht schlank.“ „Das kaschiert.“

Wenn man sich ein bisschen mit Mode beschäftigt – egal ob in Magazinen, Sozialen Medien oder auf Blogs – begegnet man diesen Sätzen ständig. Kleidung scheint oft eine einzige große Optimierungsstrategie zu sein: Welche Schnitte lassen uns schlanker wirken? Welche Farben kaschieren? Welche Outfits sind besonders figurfreundlich?
Und versteht mich nicht falsch: Natürlich funktioniert das. Mode kann unglaublich viel mit Proportionen machen. Vertikale Linien strecken, High-Waist-Hosen lassen Beine länger wirken, monochrome Looks wirken ruhiger. Das sind klassische Styling Tricks – und ja, ich finde es auch spannend, mit solchen Dingen zu spielen.


eansbluse rock mit blumen Chloe sonnenbrille


Aber manchmal frage ich mich: Warum muss eigentlich jedes Outfit meine Figur „optimieren“? 
Ich kenne den Wunsch selbst natürlich auch. Es gibt diese Tage, an denen ich automatisch zu bestimmten Teilen greife, weil sie sich einfach „sicher“ anfühlen. Eine Hose, von der ich weiß, dass sie eine schöne Silhouette macht. Ein Kleid, das meine Taille betont. 
Das ist auch völlig okay. Kleidung kann uns unterstützen und uns ein gutes Gefühl geben.

Was ich nur schade finde: dass wir oft anfangen, Mode hauptsächlich danach zu bewerten, ob sie uns schlanker aussehen lässt. Nicht nur das, wir bewerten auch andere Menschen so. "Das trägt aber auf". "Das tut nichts für Dich". Ich nehme mich da nicht aus, wobei ich auch um die Ecke denken kann, wenn ich sehe, dass sich die Trägerin darin ausgesprochen wohlfühlt und mit Überzeugung trägt.
 
Man sieht ein Teil im Laden und denkt nicht zuerst: „Oh, das ist schön.“ Sondern eher: „Hmm… aber macht mich das breiter?“
Und plötzlich hängt das Kleid wieder auf der Stange, obwohl man es eigentlich sehr mochte.

Vielleicht liegt es daran, dass wir so viele Stylingregeln kennen und wissen  welche Schnitte „vorteilhaft“ sind und welche Formen angeblich problematisch sind. Aber Mode ist doch eigentlich viel mehr als ein Werkzeug, um den Körper optisch zu korrigieren. Mode ist Stimmung. Mode ist Experiment und Wohlfühlhülle. Mode ist manchmal auch einfach nur: Heute habe ich Lust genau das zu tragen, denn Mode darf auch einfach Freude machen!

Ein Oversized-Blazer, der vielleicht nicht die Taille betont, aber einfach cool aussieht. 

Ein weiter Strickpullover, der gemütlich ist.

Ein Kleid, das man liebt – auch wenn es nicht „schlank macht“.

Ganz ehrlich: Ein Outfit, das man wirklich gerne trägt, wirkt fast immer besser als eines, das nur nach Regeln zusammengestellt wurde, wenn man es nicht lebt.

Was tatsächlich auffällt, ist etwas ganz anderes: Die Ausstrahlung.
Ob jemand sich in seinem Outfit wohlfühlt, den Stil lebt und Mode mit Freude trägt. Das sieht man sofort, und es ist meistens viel interessanter als die Frage, ob eine Hose nun zwei Zentimeter mehr Beinlänge „zaubert“.

 

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Blütenohrringe cremefarbig brosche aus jeansstoff

 

Outfitdetails: Jeansbluse:C&A 2025; Blazer:Zara 2025; Rock:Fabienne Chapot und Sonnenbrille: Chloé, beides second hand online momox fashion; Ballerinas: Zara 2025; Tasche: Isabel Marant 2025; Jeansbrosche: Amazon 2025; Ohrringe:tkMaxx irgendwann gekauft

 

Mein kleiner Mode-Gedanke für den Alltag:

Ich werde auch weiterhin Spaß an Stylingtricks haben. Natürlich. Mode und Silhouetten sind schließlich ein riesiges Spielfeld, aber ich versuche mir immer wieder eine Sache bewusst zu machen:
Nicht jedes Outfit muss mich schlanker aussehen lassen!
Manchmal darf ein Look einfach nur für mich schön sein. Oder gemütlich. Oder besonders. Oder luftig. Oder alles auf einmal.☺️
Vielleicht ist das sogar der Punkt, an dem Stil wirklich entsteht – wenn man sich nicht nur fragt, was angeblich am besten aussieht, sondern was man tragen möchte. Vielleicht ist genau das das schönste Fashion-Statement überhaupt.
Falls ihr lieber etwas über perfekte Proportionen, Farbtypen und Körpertypen lesen mögt, empfehle ich euch bei Farbwunder Maren vorbei zu schauen. Für persönliche Beratung, auch Online möglich, empfehle ich euch Ines Meyrose.

Übrigens als Guido bei Shopping Queen gefragt wurde, worauf er bei Kleidung achtet, antwortete er: "Bei mir selbst, dass es bequem ist und ich mich sicher fühle, bei anderen, dass es ihnen steht."


Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzlichst Tina 






6 Kommentare:

  1. Ich finde, Mode darf einen besser aussehen lassen, muss aber nicht. Allerdings sollte sie einen auf keinen Fall schlechter aussehen lassen. Eine Kollegin meinte mal zu einem Kleid, dass es mich schwanger aussehen ließ. Das Schlimme: ich war derselben Meinung und damit war Wohlfühlen ausgeschlossen. Deswegen bin ich auch heute so rigoros und beim kleinsten Zweifel lasse ich die Finger von solchen "Wackelkandidaten".
    Liebe Grüße!

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  2. Wann fühle ich mich wohl in meiner Kleidung und wodurch wird das gefördert? Das ist schon immer wieder ein Thema. Auch, ob das schlank macht oder nicht...
    Im Gegensatz zu Dir bin ich ja nicht besonders experimentierfreudig. finde aber meist einen Wohlfühl-Look. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger.
    Umso mehr freue ich mich, wenn bei Dir sehe, wie unterschiedlich Du das angehst und zeigst, wieviel Modefreude in Dir steckt!
    Ein feines (Mode-)Wochenende wünsche ich Dir sehr herzlich,
    Sieglinde


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  3. Deine Beobachtungen liebe Tina sind sehr interessant. Aus dieser Sicht habe ich MODE noch nie betrachtet; - eher als - worin fühle ich mich wohl, wie fühle ich mich in dem was ich an-habe/trage. Auf dem Bügel oder an anderen gesehen, gefällt einem vielleicht spontan etwas und man sagt sich : ach ja - " wie hübsch, das möchte ich auch und schau den Frauen hinterher - mag den Schnitt, die Länge oder das Muster, die Farbe.
    doch an sich selbst dann angezogen merkt man, ach neee: Dir steht das überhaupt nicht zu Gesicht, oder es ist zu eng, zu weit, die Farben machen dich *blass oder alt, sehen komisch an dir aus. /- oder in der Kombi siehst du aus wie eine Tonne, zupfst an dir herum ein anderes Kleidungsstück sieht vielleicht *unscheinbar am Bügel aus - du ziehst es an und du siehst wunderbar darin aus - wenn du dich wendest und dich von allen Seiten betrachtest lächelst du sofort - das ist Mode wie man sie tragen sollte - sich darin gut fühlen - egal welche Figur man hat.
    Auch kann passieren - Was einem selbst gefällt oder steht- sieht am anderen unmöglich aus und umgekehrt - die Erfahrung habe ich immer wieder gemacht.
    den Satz sage ich auch :
    *Manchmal darf ein Look einfach nur für mich schön sein. Oder gemütlich. Oder besonders. Oder luftig. Oder alles auf einmal.☺️
    Im Post hast du ein paar sehr kluge Sätze gesagt, die mir gefallen...
    darüber denkt frau auch nach...auch dass Frauen oft sehr unsicher sind was die Mode angeht, dann fallen sie auf die Überredungskunst von Verkäufern und auf online Werbung herein.
    Dir einen guten Morgen ...Angel

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  4. Hallo Tina,

    der Rock ist einfach schön, die cognacfarbene Tasche dazu ( wieso fängt die eigentlich nicht mit C an? die möcht ich auch ) und die Jeansbluse, tippitoppi.
    (Für mich wäre der weiße Blazer jetzt etwas zu hart gegenüber den anderen Farben, ich würde auch eine cognacfarbene Jacke nehmen.
    So viel zu ungefragten Ratschlägen, die man nicht geben soll ;-) )

    Aber ansonsten,
    tragen, was einem gefällt.
    Ob es zwei cm schlanker macht oder nicht. Ich kann den ganzen Selbstoptimierungswahn sowieso nicht mehr hören, nicht nur in der Mode, ehrlich gesagt. Ganze Branchen leben davon, dass wir uns selbst optimieren.
    Letztens habe ich noch darüber nachgedacht, wieviel Geld hinter all dem stecken mag.

    So lange du dich mit deiner Kleidung wohlfühlst, ist es doch egal, was die anderen denken. ☺️

    Meine Jeans sind immer noch eng, obwohl ja jetzt weites Bein in ist. Meine T-Shirts trag ich immer noch, obwohl eine Bluse vielleicht besser wäre, damit man die Speckröllchen nicht so sieht. ☺️Mir gefallen T-Shirts einfach besser, und wenn dann noch ein schönes Motiv drauf ist. Auch wenn die Modepolizei jetzt sagt, Ü60 und noch Motto Shirts, iiiiiiiiieeeeeehhhh!!

    Toller Rock, toller Bluse, tolle Tasche!!

    Ich wähle meine Eissorten jetzt nach passenden Farbtönen , hahaha, gestern Pistazie und Joghurette (pastellgrün und -rosa). Die beste Eisdiele in town hat wieder geöffnet. ☺️

    Liebe Grüße,
    Claudia




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  5. Manchmal muss man einfach Fünfe gerade sein lassen liebe Tina. Das Wichtigste ist doch, dass man sich selbst in seiner Kleidung wohlfühlt. Das strahlt man dann auch nach außen.

    Insgesamt bemühe ich mich aber schon, dass ein Outfit etwas für mich tut. Weiße Hosen zum Beispiel wirst du an mir nicht mehr sehen. Ich bin eh schon klein und habe kurze Beine. Da passen dunkle Hosen einfach besser.

    Im Übrigen finde ich dein Outfit heute wieder mega schön.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  6. Danke für Deine Empfehlung! Gerade weil nicht jeder die gleichen Ziele mit einem Outfit verfolgt, gibt es bei mir recht ausführliche Startgespräche, um das herauszufinden.

    Bequemlichkeit ist mir total wichtig. Und schöne Farben ... Die Farbkombination finde ich heute bei dir besonders schön.

    Happy Pink Friday!

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Worauf wartet ihr, kommuniziert mit mir ♥
herzlichst Tina