Ich sitze bei einer Tasse Kaffee und lese mich durch diverse Blog- und Modeseiten. Die perfekte Urlaubsgarderobe für einen Urlaub in Deutschland - oh toll, ich schaue mir die Looks sehr gerne an.☺️
Das Outfit zur Anreise und dem schicken Abendessen und einen schönen Look zum Bummeln durch die City und Boutiquen. Da steht er, dieser Satz der mich dann plötzlich so berührt: „Es muss ja nichts gekauft werden.“
Schon kommen mir die Videos auf Instagram in den Sinn, von kleinen Inhabergeführten Geschäften und Boutiquen, die um das Überleben in der Innenstadt kämpfen. Kommt Leute in unsere Geschäfte, wir sind persönlich und gerne für euch da, lautet ihre Botschaft. Wäre es da nicht schön gewesen zu schreiben, „IHR DÜRFT AUCH GERNE ETWAS KAUFEN“? Und weil das halt dort nicht stand, schreibe ich es heute hier ganz groß.😉
Nicht dass ich die Erlaubnis bräuchte um etwas zu kaufen, wenn mir etwas gefällt, aber die Haltung ist eher für mich so: Bummelt gemütlich durch die Boutiquen, ist schöne Unterhaltung und kostet nichts. So gesehen, scheint es die Boutiquen wohl nur für unsere Unterhaltung zu geben, die wollen gar nichts verkaufen! So habe ich das ja noch nie gesehen.
Müssten die Ladeninfaber dann nicht einen Obolus als eine Art Eintrittsgeld verlangen? Von was bezahlen sie sonst ihre Miete und den Lebensunterhalt? Oh ich weiß, die haben heimlich in der Lotterie gewonnen und wollen auf diese Weise den bummelnden Menschen einen schönen Tag bereiten und so der Menschheit etwas zurückgeben. Und sollte jemand unbedingt etwas kaufen wollen, also wenn sich das gar nicht vermeiden lässt, dann bekommt er natürlich gerne 50% Rabatt!😅
Das ist natürlich voller Ironie und überspitzt. Wir kaufen doch viel online ein, heutzutage. Ich nehme mich da im Alltag auch nicht aus. Manchmal geht es gar nicht anders. Aber wenn ich in einer Stadt unterwegs bin, dann gehören die kleinen Boutiquen für mich einfach zum Erlebnis dazu. Nicht nur zum Schaufenster anschauen, sondern auch zum Entdecken. Denn mal ehrlich: Wie oft habe ich schon ein Lieblingsteil gefunden, nach dem ich online nie gesucht hätte?😊
Ich finde, wir sollten aufhören, das Einkaufen in schönen Geschäften so zu behandeln, als müsste man sich dafür entschuldigen. Es ist doch nichts Verwerfliches daran, sich über ein neues Kleid, eine besondere Bluse oder die perfekte Handtasche zu freuen. Das nennt sich Lebensfreude und manchmal auch Selbstfürsorge – mit einem kleinen Augenzwinkern.😉

Denn was wäre die Alternative? Wir schlendern durch die Innenstadt, bewundern die liebevoll dekorierten Schaufenster, lassen uns freundlich beraten, probieren fünf Kleider an, bedanken uns überschwänglich … und bestellen dann abends auf dem Sofa genau das gleiche Teil im Internet, weil es dort 2,97 Euro günstiger ist? Das hat irgendwie den Charme, im Restaurant das Brot zu essen und anschließend zu sagen: „Danke, satt geworden – jetzt koche ich meine Pasta zu Hause.“
Ich finde, wer die Vielfalt in unseren Innenstädten erhalten möchte, darf auch ruhig mal die Geldbörse zücken. Natürlich nicht aus Mitleid, sondern weil einem etwas gefällt. Weil gute Beratung, schöne Atmosphäre und inhabergeführte Geschäfte einen Wert haben. Ich liebe es, durch die Geschäfte zu schlendern, Stoffe anzufassen, Farben wirken zu lassen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Boutique mit Fachwissen und Herz führen. Und wenn mir dabei etwas richtig gut gefällt? Dann kaufe ich es auch. Ohne schlechtes Gewissen. Denn warum eigentlich nicht? Ich arbeite für mein Geld und gebe es gerne dort aus, wo ich mich wohlfühle und mit einem Lächeln beraten werde. Um Carrie Bradshaw zu zitieren: "Am liebsten habe ich mein Geld dort wo ich es sehen kann- hängend in meinem Kleiderschrank."😁
Outfitdetails
Kleid: Next 2026
Tasche: Givenchy 2021
Ballerinas: Frank Mully 2026
Sonnenbrille: Oscar de la Renta 2016
Schmuck: Fundus, geerbt und da-sempre

Einkaufen wird heute fast so dargestellt, als müsste man sich dafür rechtfertigen. Dabei steckt hinter jedem liebevoll dekorierten Schaufenster, hinter jeder ausgesuchten Kollektion und hinter jeder freundlichen Beratung ein Mensch, der morgens die Tür aufschließt und hofft, dass nicht nur geschaut, sondern vielleicht auch das eine oder andere Lieblingsstück ein neues Zuhause findet. Das Mode mehr sein kann als nur ein Paket vor der Haustür. Natürlich muss niemand etwas kaufen. Aber vielleicht dürfen wir uns auch wieder erlauben, mit Freude einzukaufen. Nicht aus Konsumzwang, sondern weil wir etwas Schönes entdeckt haben. Weil wir uns daran erfreuen und wir damit auch ein Stück Lebendigkeit in unseren Innenstädten erhalten.
Vielleicht bin ich einfach ein bisschen blauäugig romantisch. Aber ich wünsche mir Innenstädte, in denen Schaufenster nicht nur Kulisse sind und Boutiquen nicht nur als kostenlose Unterhaltung dienen. Sondern Orte, an denen Menschen stöbern, lachen, sich beraten lassen und sich hin und wieder auch einfach etwas Schönes gönnen. 💕Habt ihr jetzt auch Lust bekommen auf einen Citytripp? Ich könnte glatt schon den Nächsten planen.😉
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzlichst Tina